Christian Paavo Spieker Kurzprofil CPS

Christian Paavo Spieker ist CEO der One Advertising GmbH, die mehrfacher Gewinner des SEMY Awards “Beste SEO Agentur” ist und zu den führenden SEO-Agenturen in Deutschland gehört. Die One Advertising ist seit 2017 ein Unternehmen der diva-e Digital Value Excellence GmbH, dem führenden E-Commerce-Dienstleister. Die diva-e gehört zu den TOP 4 der größten Digitalagenturen in Deutschland (BVDW Ranking). 

Woher kommt denn der Name Paavo?

Als erstes muss ich meinen Namen aufklären, “Paavo”. Ich wurde am 3.12.1970 in München geboren, aber meine Mutter ist Finnin und daher der Paavo, was im Finnischen so viel wie Paul bedeutet. 1976 wurde ich als Christian Spieker eingeschult. Als mein Freund Carsten Popp in den 80ern den “Paavo” in meinem Ausweis entdeckte, wurde ich ab diesem Moment von meinen Freunden Paavo genannt. Als dann auch noch ein Notar in den 90ern entdeckte, dass ich eigentlich Paavo Christian Spieker heiße, war die Konfusion perfekt. Meine Freunde nannten mich Paavo und meine Geschäftskollegen Christian. 

Warum ich immer von Lovebrands spreche?

Die Leidenschaft für Marken wurde mit schon in frühen Jahren von meinem Vater Reinhard Spieker, der leider 2016 viel zu früh verstarb, mit auf den Weg gegeben. Er hatte es geschafft, die Marke “Campari” mit dem berühmten Claim “Campari, was sonst” innerhalb weniger Jahre zum Marktführer zu entwickeln und bekam vielfache ADC-Auszeichnungen dafür. 

Concept Advertising Webagentur

1996 gewannen wir unseren ersten großen Etat als Concept Advertising “Webagentur”. Lotus war damals die führende Brand für Messaging-Lösungen (Lotus 1-2-3) und wurde gerade von IBM übernommen. Wir bekamen den Auftrag, die Webportale der IBM Lotus Development Corporation auf Lotus Domino zu entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch Lotus Domino ist einfach nur ein Webserver für HTML-Seiten, musste dann unter Schweiß und Tränen aber feststellen, dass es sich um ein dokumentenbasiertes Datenbanksystem handelt und nicht um HTML-Seiten. Aber wir haben es geschafft, die lotus.de pünktlich zur CeBIT 1997 live zu bekommen. An dieser Stelle danke ich auch nochmals Eddie Uiterwijk, der damals als Head of Marketing Communications Central Europe volles Vertrauen in uns hatte und immer gesagt hat “Ihr seid Onliner aus Leidenschaft, ihr schafft das!”. Wir erhielten damals sogar die begehrte Auszeichnung der W&V für die schönste und am besten zu bedienende Website (Heute würde man wohl UX sagen). Es folgten noch viele spannende IBM-Projekte auch mit Michael Herkens, der uns 1997 schon etwas von zentraler Software (heute Cloud) erzählt hat.

Unser erstes SEO-Projekt 1997

1997 bekam ich dann einen Anruf des Lotus-Onlinechefs, Stephan Anspach – sein Titel damals war wirklich lotus.de Webmaster. Er meinte, da hätte ein Spinner wegen Suchmaschinenoptimierung angerufen, ruf den mal zurück. Ich griff zum Telefon und hatte Andreas Kelnberger, meinen späteren Gründungspartner der One Advertising, an der Strippe. Er wollte wissen, ob IBM Lotus schon mal über Fireball-Optimierung nachgedacht hätte. Meine Antwort war nein, was machen wir da und wofür? Die Antwort war keine Ahnung, aber machen in Amerika jetzt alle. Mir gefiel das Thema sofort und wir starteten unser erstes SEO-Projekt für Lotus und optimierten damals Keywords wir Server, Messaging, Software und keiner wusste wozu, aber wir fanden es alle cool und die Lotus-Chefetage, damals unter Eddie Uiterwijk, fand es mega innovativ.

Google Deutschland mit Jörg und Holger

Als dann 1998 Google auch in Deutschland gelauncht wurde, war uns schnell klar, das wird der absolute Hammer und das Online-Marketing oder besser SEM Search Engine Marketing war geboren. Meine absolute Leidenschaft galt immer dem SEO und wir haben da wirklich richtig geile Sachen gemacht. Als dann allerdings Holger Meyer und Jörg Berlage bei uns in der Lucile-Grahn-Straße zum ersten Termin als die ersten beiden deutschen Google-Mitarbeiter mit ihrem AdWords-Produkt vorstellig wurden, war schnell klar: Das wird die Sales-Bombe im Pull-Marketing. Wir wissen anhand der Keywords, was der User sucht und müssen ihm nur noch die richtigen Produkte zuführen. Der absolute Conversion-Wahnsinn. Allerdings stiegen die CPCs im AdWords damals im Monat um 8 % und es wurde schnell klar, dass unsere Logik nicht mehr lange funktionieren sollte: Wir verkauften Adwords mit der damaligen Online-Marketing-Firma Komdat erfolgreich fast allen großen E-Commerce-Firmen in Deutschland unter der Prämisse “1 Euro investieren, 2 Euro Earning”. Die Renaissance meines geliebten SEOs war in Sicht!

SEO auf einmal wieder sexy

Als die AdWords-Preise durch den Wettbewerb und die Bidding-Plattform um bis zu 8 % im Monat stiegen, wurde SEO auf einmal wieder interessant. Allerdings galt SEO bei unseren damaligen Kunden als nicht skalierbar, unsicher und vom Google-Algo abhängig. Als dann mit Frank Moll einer der damaligen SEOs (“Ein Postboote wird mit SEO zum Millionär”) vor seinem Wasserschloss und seiner Lamborghini-Sammlung in einem SZ-Artikel mit der Headline “Ich habe den Goolge-Algo geknackt” posierte, war alles aus mit SEO als seriösem Pull-Marketing-Kanal.

Uns wurde schnell klar, wir müssen SEO auf ein anderes Level bringen. Gesagt, getan: Wir gründeten die Komlab GmbH – The SEO Laboratory. Zu dieser Zeit setzten auch Florida Update und das Cloaking-Verbot von Google den damaligen SEOs zu. Jetzt mussten die Seiten der SEOs auf einmal für den User sichtbar gemacht werden. Das war natürlich der Gamechanger in der Branche. Wir hatten ja auch noch unsere Webagentur Concept Advertising, die über kreative Design-Fähigkeiten verfügte und Enterprise-Portale gestalten und entwickeln konnte. 

Einige der früheren Kollegen haben sich in der Folge anderen Aufgaben gewidmet. Dafür kamen neue Agenturen wie „eProfessional“ und „Quisma“ auf den Markt. Johannes Beus startete sein Projekt „cityreview.de“ und entwickelte später das wohl bekannteste und beste SEO-Tool Sistrix. Schnell erfolgreich wurden auch Werner Noisternigg mit „Suchknecht“ und Thomas Promny mit „Adfire.de“.

Der SEO-Durchbruch war unser OPO-System

Also  begannen wir mit der Komlab das erste OPO-System zu entwickeln. OPO stand für “On Page Optimization” und war seinerzeit wirklich genial. Wir nutzen das Apache Reverse Proxy Modul um Seiteninhalte in unserem System auf die Shopsysteme unserer Kunden auszugeben. Damit waren wir in der Lage, SEO-Inhalte in jedes beliebige Shopsystem einzuspielen. Damals hatten wir Integrationen für Intershop, DMC, IBM Webshpere und alle führenden E-Commerce-Systeme. Die deutschen E-Commerce-Unternehmen rannten uns die Bude ein: In kürzester Zeit betreuten wir Quelle.de, Neckermann.de, 1und1.de, Tui.de und viele mehr.

Die SEO-Branche wurde nun auch Enterprise-tauglich und ein echter, kalkulierbarer Umsatzbringer

Damals war die Anzahl der SEO-Experten in Deutschland überschaubar klein. Stefan Fischerländer startete mit www.suchmaschinentricks.de das erste deutsche Portal für SEO-Tipps. Randolf Jorberg war mit www.gulli.com erfolgreich. Ich erinnere mich noch gut an die SEO-Battles mit Frank Moll, der mit seiner damaligen SEO-Agentur „visitline.de“ und den Arbitrage-Portalen schon mehr als 100.000 Besucher am Tag hatte. Hier ein älteres Interview bei Heise. Auch Wolfgang Gmell mit seinen Lycos- und Fireball-Projekten war vor knapp 20 Jahren schon ein „alter SEO-Hase“.

Die ersten Cloaks für Quelle.de waren legendär. Als das Cloaking dann offiziell von Google verboten wurde, ging es auf den SEO-Subdomains weiter. Das Lieblingsprojekt meiner Münchner SEO-Kollegen Patrick Bertermann und Oliver Grünig von der „3gnet“ für Ebay war einkaufstipps.ebay.de

Jetzt kamen die ersten SEO-Tools

Im Jahr 2005 hat Marcus Tober seine legendären SEO-Tools unter der Adresse http://de.linkvendor.com veröffentlicht. Die haben wir damals alle genutzt und waren begeistert. Aus dem ehemals kleinen Start-up ist heute ein international angesehenes Unternehmen mit dem Namen „SearchMetrics.com“ geworden.

Die SEO-Opis

Ein Jahr später kam Marcus Tandler mit seinem Mediadonis-Blog dazu. Marcus Tandler bezeichnet mich gerne als „SEO-Opi“. Und er hat irgendwie Recht. Es kommt mir manchmal so vor, als wären es deutlich mehr als „nur“ 20 aufregende Jahre voller SEO-Pionierarbeit gewesen.

2006 gründeten wir die One Advertising AG – The Conversion Company

Nein, wir wollten nach 2000 nie an die Börse, aber der Name war cool. Allein aus der SEO-DNA heraus (“nur Platz 1 zählt”) hatten wir schon die Performance-Gene und wir waren ja nicht angetreten, um die Nummer zwei zu sein – das sollte unser Logo mit dem Siegerkranz zeigen. Tony Robbins sagte damals "Wenn du es schaffst das, was sein sollte, in ein Muss zu ändern, wirst du es auch schaffen". Hat mir damals irgendwie gefallen der Typ. Ab dem Moment war unser Logo unser Antrieb.

Erste Pleiten der erfolgreichen E-Commerce-Versender

Als 2009 Quelle Insolvenz beantragte, wurde uns klar, dass es es nichts bringt, das geilste SEO der Welt zu machen, wenn der Kunde und sein Produkt nicht passen. Zu dieser Zeit gab es auch erste Google-Algo-Änderungen, die auch das User Engagement berücksichtigten und nicht nur die Keywords und die Länge des Contents. Matt Cutts hat damals dann auch die Link-Wende eingeleitet mit der schlauen Idee, das Google-Problem mit Spam und gekauften Links doch nicht zum Google-Problem, sondern zum Problem der Webmaster zu machen. Das war der cleverste Move ever. Er sagte einfach, Links zu verkaufen ist ab heute verboten und Google verteilte fleißig Visual Pagerank Penalties (nur in der Toolbar ohne Auswirkungen), aber alle Verlage bekamen Angst und verkauften keine Links mehr.

Die Webagenturen unserer Kunden wollten das nicht verstehen

Für geiles SEO brauchen wir auch ein gutes Produkt, einen tollen Shop für ein grandioses Kundenerlebnis. Irgendwie mussten wir den Webagenturen unserer Kunden immer erklären, wie eine Conversion-starke Seite aussehen muss, um erfolgreiches E-Commerce- und Performance-Marketing zu machen. Also gründeten wir mit der One Commerce GmbH eine weitere Firma, um selbst die geilsten Shops und Portale für ein einzigartiges Kundenerlebnis zu bauen. Wir entwickelten Shopsysteme auf Oxid, Magento-Basis sowie mit Hybris, um den Enterprise-Markt im Shop Development zu bedienen.

The Story Continues ...

... Fortsetzung folgt

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